Bei der Vorbereitung internationaler Patentanmeldungen ist die Regelung zu mehrfach abhängigen Ansprüchen (MDCs) eine häufige Hürde. Da Zulässigkeits- und Ausgestaltungsvorschriften je nach Rechtsordnung variieren, kann ein kleiner Fehler zu erhöhten Kosten oder einem eingeschränkten Schutzumfang führen. Die unterschiedlichen Ansätze der USA und Europas sind insbesondere für Anmelder eine häufige Quelle der Verwirrung.
Zunächst definieren wir die beiden Kernkonzepte klar:
Die wichtigste Erkenntnis ist, sich zwei Hauptgruppen von Patentämtern zu merken.
Das Europäische Patentamt (EPA) und das UK Intellectual Property Office (UKIPO) sind in Bezug auf MDCs sehr permissiv. Nicht nur grundlegende MDCs sind zulässig, sondern auch „Mehrfach-Mehrfach-Ansprüche“ – die anderswo verboten sind – sind frei zulässig. Dies ist ein erheblicher Vorteil für Anmelder, der einen breiteren Schutzumfang und flexible Änderungsmöglichkeiten bietet.
Im Gegensatz dazu erlauben die USA, Korea, China, Japan und die internationale PCT-Phase MDCs selbst, aber verbieten streng „Mehrfach-Mehrfach-Abhängigkeiten“. Darüber hinaus müssen sich Ansprüche *nur* alternativ auf andere Ansprüche beziehen (z. B. „...oder...“).
Basierend auf diesen komplexen Regeln schlagen wir vier praktische Strategien vor, um Risiken und Kosten zu minimieren.
Wenn Sie ein globales Patentportfolio in Erwägung ziehen, ist die effizienteste Methode, zwei Versionen des Anspruchssatzes ab der ersten Einreichungsphase vorzubereiten.
Ausdrücke wie „und/oder“ können aus Gründen der mangelnden Klarheit zur Zurückweisung führen. Unabhängig von der Rechtsordnung ist die sicherste Formulierung, die alternative Beziehung zu klären, wie z. B. *„...des Anspruchs 1 oder Anspruch 2...“*
Eine der strengsten Regeln in der EPA-Prüfungspraxis ist das „Verbot nachträglicher Einfügungen“ (Art. 123(2)). Es ist nahezu unmöglich, während der Änderungsphase neue Kombinationen zu schaffen, die nicht ausdrücklich in der ursprünglichen Anmeldung offenbart wurden.
Hier glänzen MDCs. Durch die Gruppierung verschiedener Kombinationen im MDC-Format zum Zeitpunkt der Einreichung werden sie als „direkt und eindeutig in der Beschreibung offenbarte Kombinationen“ anerkannt und fungieren als leistungsstarke Versicherungspolice, die flexible Änderungen ohne das Risiko nachträglicher Einfügungen ermöglicht.
Die Vorschriften zu mehrfach abhängigen Ansprüchen sind nicht nur eine formale Angelegenheit; sie sind ein strategisches Kernelement, das den Schutzumfang, die Patentierbarkeit und die Gesamtkosten Ihres Patents bestimmt.
Wenn Sie eine globale Anmeldung planen, sollte die Erstellung paralleler „europäischer“ und „US/PCT-konformer“ Anspruchssätze von Anfang an zur Standardpraxis gehören. Insbesondere wenn der europäische Markt wichtig ist, ist die aktive Nutzung von MDCs zur Sicherung maximaler zukünftiger Änderungsflexibilität die klügste Wahl.